Miteinander politisch sein

Über die Bedeutung von Solidarität in Protestbewegungen in autoritären Kontexten

Was wollen wir mit dem Projekt erreichen?

Ziel des Projektes ist es, durch eigene empirische Untersuchungen marginalisierte Stimmen aus zwei Bundesländern (Sachsen und Brandenburg) sowohl als relevante Stimmen in der Erinnerungsarbeit hörbar zu machen als auch mit ihnen heutige Fragen gemeinsamen politischen Engagements mit jüngeren Bürger:innen zu diskutieren. Empirische Erhebungen zu Erfahrungen in Protesten von Frauen in Mittelstädten und kleineren Gemeinden in den 1980er Jahren in der DDR sollen als Grundlage dienen, um in öffentlichen, innovativen Veranstaltungsformaten möglichst generationenübergreifend miteinander über die Themen Solidarität und politische Teilhabe in Diktaturen und Demokratien ins Gespräch zu kommen. Die revolutionären Bewegungen in Belarus 2020 werden dabei systematisch in die Auseinandersetzung um die kollektiven Perspektiven auf Protestformen, -inhalte und -bedingungen einbezogen. Dieses Projekt regt auch bislang politisch eher zurückhaltende, marginalisierte Menschen dazu an, in der Gegenwart mit anderen zusammen politisch Stellung zu beziehen und sich in politische Debatten einzubringen.

Das theoretische Design

Beruhend auf der Annahme, dass politisches Engagement vor allem im solidarischen Miteinander entsteht, motiviert und getragen wird, soll im beantragten Projekt ein besonderer Fokus auf die Bedeutung und die Qualität der Bezüge unter den handelnden Frauen gelegt werden. Die belarussische Philosophin und Aktivistin Olga Shparaga entwirft das theoretische Design aus ihrer Analyse der revolutionären Bewegungen in Belarus, die vor allem von Frauen getragen worden ist, die zuvor oftmals nicht politisch aktiv waren.

Die empirische Erhebung

Um dieses bislang wenig erforschte Thema für die DDR zu vertiefen, sollen zwei Gruppen von Frauen aus dem ländlichen Raum in zwei Bundesländern (voraussichtlich Sachsen und Brandenburg) ausgewählt werden. In Gruppendiskussionen und Einzelinterviews soll diese noch wenig beleuchtete Perspektive auf die Proteste und die beginnende Friedliche Revolution untersucht werden.

Der Bildungstransfer

Die empirische Untersuchung bildet die Grundlage für die bildungspolitische Ebene des Projektes, durch die (jugendlichen) Teilnehmer:innen dazu zu ermutigt werden sollen, sich heute stärker zu engagieren und mit anderen gemeinsam politisch zu handeln. Durch ausgewählte lokale Partner:innen sollen auch Zielgruppen in ländlichen Regionen erreicht werden, die bislang zu den weniger politisch aktiven Menschen gehören.

Projektmitarbeitende

Kooperationen im Projekt

Wir kooperieren im Rahmen des Projekts mit der John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie und dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der Technischen Universität Dresden.

Abschlussbericht des Projekts

Veranstaltungen im Projekt

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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