Was Revolutionen Demokratien erzählen

Workshop-Reihe

Revolutionäre Zeiten sind instabile Zeiten. Sie zeichnen sich durch eine unsichere Gegenwart und Zukunft aus. Trotz aller Gefahren liegt hier aber auch ihre große Anziehungskraft. Da es keine festen Institutionen mehr gibt, schaffen sie die Möglichkeit der Beteiligung Vieler an der Gestaltung der Zukunft. Revolutionäre Zeiten sind damit auch Zeiten der Aushandlung, des Streits und des Eingriffs in das politische Geschehen. Insofern sind sie Demokratien gar nicht so fremd.

Anhand von Originalzeugnissen der sächsischen Frauenbewegung aus den Jahren 1989/1990 und zusammen mit einer Zeitzeugin soll in den drei Workshops auf verschiedenen Ebenen die Frage behandelt werden, was Revolutionen Demokratien erzählen können. Die interaktiv gestalteten Workshops bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln besucht werden.

Referentinnen

Dr. Julia Schulze Wessel, geb. 1971, Geschäftsführerin & Vorstandsmitglied anDemos – Institut für angewandte Demokratie- und Sozialforschung e.V.

Christine Rietze, geb. 1967, Geschäftsführerin Frauenkultur e. V. Leipzig & 1988 Mitgründerin der Frauenzeitschrift Zaunreiterin

Workshops

(1) Wie revolutionär war die ‚Friedliche Revolution‘?


5. Juni 2020, 17.00 – 20.00 Uhr

Der erste Workshop gibt einen Einblick in den klassischen Verlauf von Revolutionen. Was macht eine Revolution zu einer Revolution? Welche Elemente gehören zu ihr? Warum brechen Revolutionen aus? Und: Welche Besonderheiten gibt es bei der ‚Friedlichen Revolution‘? Unterstützt wird die Diskussion mit Textauszügen von Dokumenten der sächsischen Frauenbewegung. Der Workshop schließt mit der offenen Frage: Was können Revolutionen Demokratien erzählen? Die Frage leitet über zum zweiten Workshop.

(2) Was können Revolutionen Demokratien erzählen?


12. Juni 2020, 17.00 – 20.00 Uhr

Die Texte der sächsischen Frauenbewegung legen grundlegende Problemstellungen und Charakteristika von Revolutionen offen. Sie stellen Fragen nach der Legitimation von Herrschaft, rücken politische Teilhabe in den Mittelpunkt des Interesses, verweisen auf die Offenheit der Zukunft und können Momente der Selbstermächtigung freisetzen. Diese Elemente werden in diesem Workshop vertieft diskutiert und auf ihre Bedeutung für demokratische Gemeinwesen hin befragt. Der Workshop schließt mit der offenen Frage: Wieviel Revolution braucht die Demokratie? Sie leitet über zum dritten Workshop.

(3) Wieviel Revolution braucht die Demokratie?


19. Juni 2020, 17.00 – 20.00 Uhr

Im Mittelpunkt dieses Workshops wird die Frage vertieft behandelt, welche Elemente von Revolutionen sich in heutigen Demokratien wiederfinden lassen. Er wird sich vor allem der Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements und des Aushandlungscharakters von Demokratien widmen. Kann vor diesem Hintergrund davon gesprochen werden, dass Demokratien revolutionäre Elemente enthalten? Oder werden Revolutionen durch demokratische Verfassungsgebungen still gestellt, schließen sich also Revolution und Demokratie aus?

Kooperation

  • Frauenkultur e.V. Leipzig (> Homepage)
  • anDemos – Institut für angewandte Demokratie- und Sozialforschung e.V.

Förderung

Förderprogramm „Revolution und Demokratie“ des Freistaates Sachsen & Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen

Workshops im ländlichen Raum

Görlitz

7. Oktober 2020, ab 18.30 Uhr

Workshop in Kooperation mit der Volkshochschule Görlitz.

neiß.esskultur (Weberstraße 10, 02826 Görlitz)

Zittau

12. November 2020 ab 19.00 Uhr 

Workshop in Kooperation mit der Volkshochschule Dreiländereck, Zittau

Salzhaus Zittau (Neustadt 46, 02763 Zittau)

Weißwasser

25. November 2020 ab 19.00 Uhr

Workshop in Kooperation mit der Volkshochschule Dreiländereck, Weißwasser

Soziokulturelles Zentrum TELUX (Straße der Einheit 20, 02943 Weißwasser/Oberlausitz)